Formular-Analyse mit Matomo

Um komplexe Webformulare mit Matomo zu analysieren und dabei sogar auf Feldebene Auswertungen des Besucherverhaltens vornehmen zu können, stellt Matomo das Plugin „Form Analytics“ bereit.

Das Plugin ist kostenpflichtig. Eine vierwöchige Testphase gestattet zunächst ein kostenloses Ausprobieren. Anbieter ist die Firma InnoCraft, deren Gründer und Team auch hinter der Matomo-Plattform stehen.

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Was ist das Ziel einer Analyse von Formularen?

Webformulare sind auf Webseiten in den meisten Fällen das interaktivste Element, mit denen Besucherinnen und Besucher sich auseinander zu setzen haben.  Vor allem auf komplexeren Formularen ist die Ausstiegsrate höher, die Verweildauer länger, die Wahrscheinlichkeit das ein Besucher Fehler macht oder nicht weiß, was er tun soll, höher.

Das Ziel der Webanalyse ist es also hier genauer hinzuschauen und aus den gewonnenen Erkenntnissen Rückschlüsse zu ziehen, so dass die Anzahl der Besucher steigt, die das Formular erfolgreich bedienen und absenden.

Das Absenden von Formularen geht zudem oft mit einer Übermittelung von Daten einer Person einher. Bei fast allen Webseiten ist die erfolgreiche Übermittlung von personenbezogenen Kontaktdaten ein wichtiges Ziel, also eine Konversion. Entweder um Kunden zu gewinnen oder den Kontakt zu Bestandskunden zu wahren oder zu verstehen, was die Leser bewegt.

Die Konversionsrate zu steigern, wenn auf dem Weg zur Konversion ein Formular auszufüllen ist, kann also nur gelingen, wenn das Formular mit seinen Eingabe- und Auswahlfeldern so wenig wie möglich Hürden aufweist.

Was kann das Form Analytics Plugin von Matomo?

Das Plugin bietet auf Seitenebene und auf Feldebene Kennzahlen, die mit dem Matomo-Standard-Tracking nicht ermittelbar sind, deren Wesentlichsten ich nachfolgend aufliste:

Wichtig: Es werden durch das Plugin keine eingegebenen Daten der Besucher an Matomo übermittelt, der Datenschutz bleibt also gewahrt.

Kennzahlen auf Formular- bzw. Seitenebene:

  • Wie oft wurde das Formular von wievielen Besuchern aufgerufen? (diese Kennzahlen liefert tatsächlich auch das normale Matomo-Tracking)
  • Wie oft wurde begonnen das Formular auszufüllen?
  • Wie oft wurde das Formular abgeschickt und wie oft wurde es wiederholt abgeschickt (z.B. weil es nicht korrekt ausgefüllt wurde)?
  • Wie oft wurde es erfolgreich abgesendet?
  • Wieviel Zeit verging bei den Besuchen bis mit dem Ausfüllen begonnen wurde?
  • Wieviel Zeit verging bis zum generellen Abschicken oder dem erfolgreichen Abschicken?
  • Darstellung zeitlicher Verläufe der obigen Kennzahlen
  • Real-Time-Darstellung aller Formular-Aktivitäten einer Webseite der letzten 30min oder letzten 24h

Kennzahlen auf Feldebene

  • Wie oft wurde mit einem Feld interagiert (entweder simpler Klick oder auch Beginn von Eingaben)?
  • Mit welchem Feld beginnen Benutzer wie oft beim Ausfüllen?
  • Bei welchem Feld hören Benutzer wie oft mit dem Ausfüllen auf, ohne das Formular abzusenden?
  • Bei welchem Feld verändern Benutzer am häufigsten ihre Eingaben, löschen Eingaben oder kehren wieder zu dem Feld zurück?
  • In welchem Feld werden die meisten Eingaben (Zeichenanzahl)  vorgenommen?
  • Welche Felder werden am wenigsten verwendet und bleiben leer?
  • Wieviel Zeit verbringen Nutzer bei jedem Feld?

Was ist für den Einsatz des Form Analytics Plugin zu tun?

Zunächst muss das Form-Analytics-Plugin über den Matomo-Marketplace erworben und aktiviert werden. Kunden, die Matomo in der Matomo-Cloud nutzen, besitzen dieses Plugin bereits und müssen nichts erneut erwerben.

Das Plugin beginnt nach der Aktivierung sofort mit der Analyse, sobald ein Besucher eine Seite mit einem Formular aufgerufen hat. In der Standardeinstellung werden bis zu 10 Formulare auf diese Weise erkannt und analysiert. Dieser Wert kann im Matomo Backend verändert werden, entweder höher oder sogar unbegrenzt. Das automatische Erkennen und Konfigurieren von Formularen kann jedoch auch deaktiviert werden, wenn man sich bei seiner Webseite nur auf wenige Formulare konzentrieren will.

Als Formular wird alles von dem Plugin identifiziert, was die HTML-übliche Nomenklatur für Formulare in einer Seite besitzt (also <form name=“theFormName“…> oder <form id=“theFormID“…>.

Ein Formular kann allerdings auch manuell im Matomo Backend eingerichtet oder die automatische Konfiguration verändert werden. Hier kann neben der ID oder dem NAME-Wert auch die URL der Seite, auf dem sich das Formular befindet oder URL-Parameter hinterlegt werden sowie ein verständlicher Name.

Die Felder des Formulars werden automatisch ebenfalls anhand der Einträge im HTML ermittelt. Da im HTML häufig von Programmierern technische Feldnamen verwendet werden, muss im Matomo-Backend noch je Feld eine sprechende, verständliche Bezeichnung einmalig je Formularfeld vergeben werden. Das ist jedoch optional.

Screenshot Matomo Form Plugin

Ein Formular kann sowohl auf Formular-Ebene als auch auf Feldebene mit verständlichen Beschreibungen im Matomo-Backend versehen werden. Diese werden dann in der Auswertung statt der technischen Bezeichner („Field Name“) angezeigt.

Möchte man auswerten, wie oft ein Formular erfolgreich abgesendet wurde („Formularkonvertierung“), muss die URL (oder URL-Parameter) der Erfolgsseite hinterlegt werden. Diese wird nicht automatisch ermittelt. Ein Matomo-Ereignis lässt sich an der Stelle leider nicht angeben, so dass bei gleichbleibender URL nach dem Absenden dann eine kleine Programmierung in der Webseite erforderlich wird.

Programmierungen sind bei „normalen“ Formularen jedoch nicht notwendig. Programmierungen können in folgenden Szenarien erforderlich werden:

  • bei bspw. mit Ajax umgesetzten Formular-Absenden,
  • bei Single-Pages,
  • bei Formularen bei denen kein „Form“-Tag vorhanden ist,
  • bei mehrseitigen Formularen (je nach Auswertungsbedarf)
  • bei Formularen, bei denen sich die URL nach der Konvertierung nicht ändert,
  • wenn Formulare explizit ausgeschlossen werden sollen (bspw. die Volltextsuche).

Dann sind im HTML Ergänzungen durch Attribute oder durch Matomo-JavaScript-Methoden-Aufrufe vorzunehmen. Mehr Informationen darüber liefert die Entwickler-FAQ von Matomo.

Kann die Formular-Analyse rückwirkend vorgenommen werden?

Nein, das ist nicht möglich. Analysedaten können nur mit einem aktiven Plugin zur Laufzeit erhoben werden.

Ist die Konvertierung eines Formulars ein Matomo-Ziel?

Nein, die Konvertierung (das „Submit“ / erfolgreiche Absenden) ist nicht an eine Matomo-Ziel-Definition geknüpft. Möchte man die Konvertierung des Formulars auch als Ziel messen, muss ein Ziel angelegt werden. Wie das geht, habe ich in einem anderen Beitrag zum Ziel definieren beschrieben.

Auswertung der Formular-Analyse

Nachfolgend zeige ich einige Screenshots, welche die Reporting-Möglichkeiten wiedergeben.

Das Plugin ist nur zu geringen Teilen in deutscher Sprache verfügbar. Alle wesentlichen Kennzahlen sind auf Englisch ausgewiesen. Die Platzausnutzung der Bildschirmbreite ist wie auch an anderen Stellen in Matomo nicht immer optimal.

Exporte in alle von Matomo bekannten Formate (CSV, TSV, JSON, XML) als auch als Grafik sind möglich. Auch die Visualisierungen der Kennzahlen lassen sich verschiedene Diagramm-Formen bringen.

Screenshot Matomo Form Plugin

Die Nutzung des Formulars kann im Zeitverlauf angezeigt werden. Neben den hier sichtbaren Kurven sind weitere Kennzahlen in den zeitlichen Verlauf einblendbar.

 

Screenshot Matomo Form Plugin

Alle Kennzahlen auf Formular-Ebene (je nach ausgewähltem Zeitraum).

Screenshot Matomo Form Plugin mit Drop Off Fields

Darstellung der Felder (Drop Off Felder sind die Felder, bei denen das Formular ohne Absenden verlassen wurde).

Screenshot Matomo Form Plugin Most Corrected

Zeigt die am meisten von Besuchern korrigierten oder erneut angeklickten Felder des Formulars

Kosten

Für jene, die das Plugin erwerben wollen, gelten die Matomo-üblichen Backendnutzer-Anzahl-gestaffelten Preismodelle. Jährlich sind derzeit zwischen 149 und 449 EUR EUR pro Jahr zu bezahlen. Die Wartung und Updates sind inklusive.

Alternativen

In der Plugin-Welt von Matomo gibt es kein weiteres Plugin, mit welchem Formulare in vergleichbarer Weise ausgewertet werden können.

Mit dem Matomo Tag Manager ist es zwar möglich das Besucher-Verhalten auf Formular- und Feldebene zu tracken, jedoch können die Interaktionen dann nur als Ereignis, Custom Variable oder Custom Dimension gespeichert werden. D.h. eine spezifische Formular-Auswertung bzw. eine Benutzeroberfläche, wie im Form Analytics-Plugin gäbe es dann nicht. Der Ansatz über den Tag Manager wäre daher nur für sehr kleine überschaubare Anwendungsfälle eine Alternative.

Fazit

Das Form Analytics-Plugin ist eine hilfreiche Erweiterung von Matomo, wenn auf einer Webseite umfangreiche Formulare eingesetzt werden und die Konversionsrate des mit dem Formular verbundenen Zieles (bspw. Bestellungen, Kontaktaufnahmen, Anträge) zu wünschen übrig lässt. Ob ein Bedarf für eine tiefere Analyse besteht, kann man beispielsweise anhand der Ausstiegsrate der Formularseite erkennen oder falls man bereits das von mir in einem anderen Beitrag vorgestellte Funnel-Plugin nutzt, auch dort gut ablesen.

Das Plugin ist sowohl im Backend als auch bei Bedarf auf Entwickler-Ebene in seiner Integration gut anpassbar. Es bietet alle von Matomo bekannten Auswertungen. Lediglich die visuelle Umsetzung der Auswertung wirkt an einzelnen Stellen zu technisch und für deutschsprachige Anwender ist die größtenteils englischsprachige Bereitstellung ggf. eine Hürde.

Wenn Sie Hilfe bei der Einrichtung des Form Analytics-Plugins benötigen, können Sie gerne mit mir in Kontakt treten.

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