Matomo: Premium-Erweiterungen deutlich teurer

Matomo erhöht die Preise für On-Premise-Erweiterungen deutlich

Im Sommer 2026 hat InnoCraft, das Unternehmen hinter Matomo, sein Preismodell für die kostenpflichtigen Bestandteile von Matomo erheblich verändert. Als unabhängiger Matomo-Berater möchte ich Sie offen über die Änderungen und deren mögliche Auswirkungen informieren.

Was ist geschehen?

Matomo hat die Preise für kostenpflichtige Erweiterungen wie Custom Reports, Heatmaps, Session Recordings usw. für Neukunden teilweise deutlich erhöht. Betroffen sind Matomo-Anwender, die Matomo selbst betreiben (On-Premise) und Premium-Erweiterungen einsetzen möchten.

Gleichzeitig wurde der Erwerb einer Matomo-Cloud-Lizenz im Vergleich zu einem eigenen Betrieb mit mehreren Premium-Erweiterungen finanziell attraktiver.

Warum ist InnoCraft diesen Schritt gegangen?

Darüber kann ich nur spekulieren, da InnoCraft die strategischen Gründe für die neue Preisgestaltung bislang nicht ausführlich öffentlich erläutert hat.

Es liegt nahe, dass InnoCraft mit diesem Schritt professionelle Matomo-Kunden stärker für die Cloud-Lösung gewinnen und damit den vollständig eigenen Betrieb von Matomo weniger attraktiv machen möchte.

Neben wirtschaftlichen Beweggründen könnte dabei auch eine Rolle spielen, dass eine zentral betriebene Cloud-Lösung für InnoCraft langfristig einfacher zu warten und weiterzuentwickeln ist als eine große Zahl sehr unterschiedlicher On-Premise-Installationen.

Möglicherweise spielen auch größere Agentur-Installationen eine Rolle, bei denen eine einzige Matomo-Installation für zahlreiche Kunden betrieben wird. Solche Installationen konkurrieren zumindest indirekt mit dem Cloud-Angebot von InnoCraft. Ob dies tatsächlich ein Motiv für die Preisänderung war, ist allerdings nicht bekannt.

Was bedeutet das für Sie?

Verwenden Sie bislang die kostenlose Version von Matomo, ändert sich nichts. Matomo kann weiterhin kostenlos auf eigenen Servern betrieben werden. Auch der bisherige Funktionsumfang der freien Version bleibt erhalten.

Verwenden Sie Matomo Cloud, betrifft Sie die Änderung des On-Premise-Lizenzmodells nicht.

Nutzen Sie bereits kostenpflichtige On-Premise-Erweiterungen, gilt nach den derzeitigen Aussagen von InnoCraft Bestandsschutz. Bestehende Kunden können Produkte nach ihrer bisherigen Preisstruktur kaufen und verlängern.

Die Formulierung von InnoCraft spricht dafür, dass dieser Bestandsschutz auch beim Zukauf weiterer Plugins greift. Der konkrete Fall, dass ein Bestandskunde ein bislang nicht genutztes Plugin neu erwirbt, wird allerdings nicht ausdrücklich beschrieben. Ich empfehle deshalb, dies vor einem Kauf im Marketplace-Account zu prüfen oder sich von InnoCraft bestätigen zu lassen.

Besonders betroffen sind damit Neukunden, die erstmals kostenpflichtige Erweiterungen für eine selbst betriebene Matomo-Installation erwerben möchten.

Finanziell problematisch kann das insbesondere bei Installationen mit vielen registrierten Matomo-Benutzern werden. Das betrifft beispielsweise Hochschulen und größere Organisationen, bei denen zahlreiche Mitarbeiter einen eigenen Zugang besitzen, obwohl viele davon Matomo nur gelegentlich verwenden.

Was hat sich konkret verändert?

Die Lizenzierung unterscheidet inzwischen stärker zwischen Einzelplugins und Plugin-Bundles:

  • Einzelne Plugins: Der Preis richtet sich nach der Anzahl der registrierten Matomo-Benutzer.
  • On-Premise-Bundles: Der Preis richtet sich sowohl nach der Anzahl der Matomo-Benutzer („Seats“) als auch nach der Anzahl der Hits.
  • Matomo Cloud: Der Preis richtet sich im Wesentlichen nach dem erfassten Datenvolumen (Hits); die Premium-Funktionen sind bereits enthalten.
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Zusätzlich wurden die bisherigen On-Premise-Bundles umstrukturiert. Die bisherigen Bundle-Angebote werden für berechtigte Bestandskunden als Legacy-Produkte weitergeführt.

Was sind Kostenbeispiele?

Ein direkter Preisvergleich zwischen Matomo Cloud und den On-Premise-Bundles ist nur eingeschränkt möglich, da unterschiedliche Lizenzmetriken und teilweise unterschiedliche Funktionsumfänge zugrunde liegen.

Die folgende Gegenüberstellung soll daher vor allem die Größenordnungen verdeutlichen:

Beispiel Matomo Cloud (Premium-Erweiterungen enthalten) On-Premise neu On-Premise altes Premium-Bundle
Kleine Website (50.000 Hits) ca. 220 €/Jahr ca. 2.750 €/Jahr – nur ein Teil der Erweiterungen ca. 1.649 €/Jahr
Mittlere Website (600.000 Hits) ca. 1.180 €/Jahr ca. 14.500 €/Jahr – größerer Teil der Erweiterungen ca. 2.160 €/Jahr
Große Website (2 Mio. Hits) ca. 3.340 €/Jahr ca. 34.000 €/Jahr – alle Erweiterungen ca. 4.949 €/Jahr

Die Beispiele sind aufgrund der unterschiedlichen Lizenzbedingungen nicht als Vergleich identischer Produkte zu verstehen.

Besonders deutlich wird die neue Preisstaffelung auch beim Kauf eines einzelnen Plugins.

Wer beispielsweise Custom Reports für eine eigene Matomo-Installation kauft, zahlt bei bis zu vier Matomo-Benutzern derzeit 219 Euro pro Jahr – und damit ungefähr so viel wie bisher.

Bei 15 Benutzern kostet dasselbe Plugin dagegen 1.739 Euro pro Jahr. Nach dem bisherigen Preismodell waren es 439 Euro pro Jahr.

Gerade Organisationen mit vielen nur gelegentlich aktiven Matomo-Benutzern können von dieser Änderung daher überproportional betroffen sein.

Was empfehle ich?

Wer mehrere kostenpflichtige Erweiterungen einsetzen möchte, sollte inzwischen ernsthaft prüfen, ob Matomo Cloud gegenüber einem eigenen Betrieb wirtschaftlich sinnvoller ist.

Die Matomo Cloud wird auf AWS-Infrastruktur betrieben. Die Analytics-Daten werden in Frankfurt am Main gespeichert, Backups in Dublin. Matomo bezeichnet seine Cloud-Lösung als DSGVO-konform.

Ein eigener Betrieb von Matomo kann weiterhin sinnvoll sein,

  • wenn keine oder nur einzelne kostenpflichtige Erweiterungen benötigt werden,
  • wenn besonders strenge Datenschutz- oder Sicherheitsanforderungen gegen einen Cloud-Betrieb sprechen,
  • wenn individuelle technische Integrationen oder Anpassungen im Unternehmen erforderlich sind,
  • wenn die vollständige Kontrolle über Datenbank und Infrastruktur gewünscht ist oder
  • wenn die automatischen Matomo-Updates in der Cloud nicht zu den internen Test- und Qualitätssicherungsvorgaben passen.

Bei einem eigenen Betrieb mit vielen Matomo-Benutzern rate ich außerdem dazu, bei hohen Lizenzkosten mit dem Matomo-Vertrieb Kontakt aufzunehmen. Die neuen Preisstaffeln können insbesondere für Organisationen mit vielen nur gelegentlich aktiven Benutzern sehr starr sein.

Mein Fazit

Die kostenlose On-Premise-Version von Matomo bleibt von der Änderung unberührt. Wer Matomo selbst betreibt und Premium-Erweiterungen benötigt, sollte künftig jedoch genauer rechnen.

Vor allem bei vielen Matomo-Benutzern können die Kosten erheblich steigen. Gleichzeitig ist Matomo Cloud im direkten Kostenvergleich attraktiver geworden.

Ob die neue Preisgestaltung dazu führt, dass mehr professionelle Matomo-Anwender von On-Premise in die Cloud wechseln, wird sich zeigen.

 

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Meine Angebote zu Matomo

Matomo Support
Dauer: nach Aufwand
Inhalt: Kurzfristiger Support bei Problemen rund um Matomo und den Matomo Tag Manager (Beratung, Programmierung, Konfiguration)
Workshop
Dauer: 2-8h (je nach Bedarf)
Inhalt: Individuelle Fragen & Antworten zu Matomo, Matomo E-Commerce, Matomo Tag Manager inkl. Vorbereitung
Schulung (unterschiedliche Pakete)
Dauer: 2-8h
Inhalt: Webanalyse mit Matomo (für Einsteiger). Ausführliche Schulungsunterlagen. Individuelle Schwerpunkte möglich. Details zu Schulungsinhalten

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