Retrospektive 20 Jahre IT- und Online-Branche

Im Februar 2019 blicke ich auf exakt 20 Jahre Berufserfahrung mit Web-Technologie-Projekten zurück. Wenn ich die Abschlussarbeit im Studium mit einrechne, dann sind es sogar 21 Jahre.

Nach anfänglich ausschließlichen Programmiertätigkeiten in der damals aufkommenden Java-Technologie Ende der 90-er Jahre verlagerten sich meine Aufgaben recht schnell hin zur Steuerung von Webentwickler-Teams, hin zum Erstellen von technischen Konzepten und der Vertriebsunterstützung. Seit knapp 6 Jahren bin ich nun selbständig und begleite Kunden beratend in der Vorbereitung oder Durchführung von Projekten, schwerpunktmäßig bei der Betreuung der technologischen Aspekte.

Spürte ich noch Anfang der 2000er je nach Umfeld, selbst unter IT-Leuten, ein gelegentliches Empfinden ein Exot zu sein, so hat die beginnende Verbreitung von Smartphones zum Ende der Nuller-Jahre die Internet-Technologie als Basis für die meisten IT-Projekte nahezu alternativlos werden lassen und das berufliche Exoten-Dasein beendet.

20 Jahre, in denen das Internet eine enorme Präsenz in allen Lebensbereichen eingenommen hat. Einerseits mit der dahinter stehenden Technologie, aber andererseits auch mit der von davon unterschwellig ausgehenden Wirkung auf Verhaltensweisen im privaten und beruflichen Miteinander.

Ein persönliches Jubiläum als Anlass, um mich zu fragen, ob trotz der objektiv rasanten technologischen Entwicklung, trotz der gewonnenen „Reife“ in den erforderlichen (Programmierer- und Projektleiter-) Werkzeugen, trotz der viel stärker vorliegenden Erfahrungen der ganz persönlich unterschwellig vorherrschende Eindruck richtig ist, das sich im Projektgeschäft so viel gar nicht verändert hat und das die Herausforderungen für einen Projektleiter oder einen Projekt begleitenden Berater nicht doch an vielen Stellen gleich geblieben, wenn nicht sogar stärker geworden sind.

Diesen Eindruck aufgreifend und hinterfragend, möchte ich „herausfordernde“ Aspekte benennen und kritisch provokativ kommentieren, wohlwissend um den subjektiven Charakter dieser Betrachtung.

Herausforderungen in Online-Projekten

In meinem Rückblicks möchte ich über Goldene Hämmer, nachlassende Konzentrationsfähigkeiten sowie die hohe Anzahl von Kündigungen sprechen.

Goldener Hammer

Das Verhaltensmuster in Projekten jene Technologie oder Software einzusetzen, welche man gut beherrscht oder die aus äußeren, meist sogenannten „politischen“ Gründen vorgegeben ist, obwohl die Anforderungen sich damit schlechter umsetzen lassen, wird als „Goldener Hammer“ bezeichnet. In diesem Artikel befasse ich mich mit der Entwicklung und Hintergründen dieses sogenannten Anti-Patterns.

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Konzentrationsmangel

Ich versuche der Frage nachzugehen, wie sich im Laufe von 20 Jahren die Informationsmenge im beruflichen Alltag Schritt für Schritt erhöht und dabei die Fähigkeit sich zu konzentrieren, reduziert und die Projektarbeit erschwert hat. Ich nehme Stellung zu äußeren Einwirkungen, wie Smartphones oder sozialen Netzwerken, schildere mein Erleben einer Philosophie, der von der Internet-Technologie hervorgegangenen Informationsflut mit noch mehr Technologie und noch mehr Reizerzeugung entgegen zu treten. Mein Ausblick geht davon aus, dass die negative Auswirkung auf die geistig-sozialen Fähigkeiten der Menschen im Berufsleben in den nächsten Jahren deutlich sichtbarer werden, jedoch die Reaktionen und Folgen darauf überhaupt noch nicht absehbar sind.

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Kündigungen

Es gehört zur Normalität, dass Projektmitarbeiter oder Projektleiter kündigen. Trotzdem spielt dieser Fakt in der Risikobetrachtung selten eine Rolle und wird unter den Teppich gekehrt. Ich gehe im Artikel darauf ein, mit welchen Maßnahmen man sich möglichst darauf vorbereiten soll und welche Gründe in der Online-Branche zu einer relativ großen Anzahl von Kündigungen führen.

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